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Im Deutschen gibt es für die Vergangenheit zwei Formen: Das Präteritum und das Perfekt.
Die Unterscheidung, welche Form verwendet wird, richtet sich nach praktischen Gesichtspunkten:
- So kommt das Präteritum vor allem beim Schreiben zur Verwendung. In Romanen, Geschichten, Erzählungen und Aufsätzen verwendet man normalerweise die Mitvergangenheit, außer man möchte zum Ausdruck bringen, dass eine bestimmte Textstelle so klingen soll, als würde sie mündlich erzählt. Die Verben sein und haben werden in der Vergangenheit auch in der gesprochenen Sprache im Präteritum verwendet.
Beispiel: Voriges Wochenende erlebte Sandra zum ersten Mal, wie Katzenkinder geboren werden. Sie erzählt: „Es war echt super, wie die kleinen Kätzchen auf dem alten Teppich herumgekrabbelt sind, den meine Mutter für die Katzenmama aufgelegt hat.“
- Das Perfekt ist im süddeutschen Sprachraum vor allem die Vergangenheitsform für die mündliche Kommunikation. Darüber hinaus spielt das Perfekt in der Zeitenfolge eine wichtige Rolle: Wenn ein Text im Präsens steht und man Ereignisse darstellen will, die davor passiert sind (Vorzeitigkeit), benützt man dafür das Perfekt.
Beispiel: Ich weiß, wie man das Gerät bedient, weil ich vorher die Gebrauchsanweisung gelesen habe.
Alles, was sich vor der Vergangenheit (Präteritum oder Perfekt) abgespielt hat, wird im Plusquamperfekt zum Ausdruck gebracht.
Das Plusquamperfekt hat alleine keine Funktion. Egal, wie lange Ereignisse in der Vergangenheit schon zurückliegen; ob es gestern passiert ist oder vor vierzig Jahren: Immer wird für diese Ereignisse das Präteritum oder Perfekt benützt. Erst im Zusammenspiel mit Präteritum oder Perfekt zeigt das Plusquamperfekt seine Stärke.
Beispiel: Heute unternahmen die Astronauten einen Weltraumspaziergang. Vorher hatten sie sich gründlich ausgeschlafen. Obwohl sie wochenlang fleißig geübt hatte, fiel sie durch die Prüfung.
Während das Präteritum seine eigene, einzigartige Form besitzt, sind Perfekt und Plusquamperfekt aus anderen Formen zusammengesetzt.
Das Perfekt setzt sich zusammen aus dem Hilfsverb sein oder haben, das nach der Präsensform konjugiert ist, und dem Partizip II des Vollverbs, des Verbs, um das es im Satz eigentlich geht. Das Hilfsverb und das Partizip II bilden dabei die so genannte Satzklammer, die die Objekte des Satzes einschließt. Sie ist typisch für die deutsche Sprache.
Das Plusquamperfekt ist analog dazu aufgebaut. Das Hilfsverb sein oder haben wird hier aber nicht nach der Präsensform konjugiert, sondern nach der Präteritumsform.
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